Im Zukunftsraum Thayaland ist der Glasfaserausbau durch die Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG) weit fortgeschritten. Insgesamt sind in den Pilotregionen schon mehr als 2.500 Haushalte und Betriebe im Netz, viele davon im Thayaland. Rainer Miksche ist Regionalkoordinator für das Projekt. Im Interview berichtet er über seine Erfahrungen.

Wie hat die Bevölkerung im Thayaland das Angebot aufgenommen? Was waren die Argumente, die letztlich dazu geführt haben, dass die Zustimmungsrate die 40-Prozent-Marke überschritten hat?

Zu Beginn waren die Reaktionen gemischt. Die einen sagten: „Endlich haben wir am Land mal etwas vor den städtischen Gebieten!“ oder „Juhu, endlich ein gescheites Netz!” Die anderen meinten: „Das brauchen wir eh nicht!“ oder „Mobiles Internet wird mir auch in Zukunft reichen.“ In mehr als 50 Informationsveranstaltungen haben wir das Niederösterreichische Modell vorgestellt und bald war den Menschen klar, dass der Glasfaserausbau eine einmalige Chance für die Bevölkerung und die Betriebe der Region ist. Sie haben erkannt, dass die Infrastruktur, die nöGIG hier errichtet, Vorteile bietet, von denen wir noch Jahrzehnte profitieren werden.

Welche Fragen hatten die Menschen im Zuge der Umsetzung?

Die meisten Fragen gab es zur Hausinstallation und was man dafür vorbereiten muss. Viele wollten auch genau wissen, wie sie die Leitungsführung im Haus gestalten sollen. Bei den ersten Anschlüssen hatten wir noch recht viele Anfragen. Als dann die ersten Haushalte online waren, haben sich die Menschen auch mehr und mehr untereinander ausgetauscht. Auch die lokalen Elektroinstallationsbetriebe konnten ihre Erfahrungen mit unterschiedlichen baulichen Situationen nutzen und Empfehlungen abgeben.

Regionalkoordinator Rainer Miksche bei einer Infoveranstaltung im Thayaland (Foto: Rainer Mirau)

Wie würdest du die Kooperation zwischen den Projektpartnern – also zwischen nöGIG, Gemeinden, Baufirmen und Serviceanbietern – beschreiben?

Die Zusammenarbeit läuft wirklich hervorragend – und zwar auf allen Ebenen. Ein großes Plus war, dass sowohl die Baufirmen als auch die Serviceanbieter den direkten Kontakt mit der Bevölkerung Kontakt haben. Sie organisieren zahlreiche Infoveranstaltungen und Begehungen vor Ort. Die Menschen kennen die Ansprechpartner und fühlen sich immer gut informiert.

Die Baufirmen leisten wirklich super Arbeit und sie sind sehr flott unterwegs. Für eine mittelgroße Ortschaft dauern die Bautätigkeiten nur wenige Wochen. Wenn sie die Baustelle verlassen, ist es dort sauber. Oft bieten sie auch zusätzliche Arbeiten zur Wiederherstellung an.

Jetzt, da schon sehr viele der bestellten Anschlüsse aktiviert sind: Was sind aus deiner Sicht die sichtbarsten oder bemerkenswertesten Resultate des Pilotprojekts?

Glasfaser ist zu einem wichtigen Thema geworden. Das Interesse an Immobilien in unserer Region ist gestiegen. Die Gemeinden denken über neue Dienstleistungen nach, die sie auf Basis der neuen Infrastruktur anbieten können. Es gibt sogar schon Betriebsansiedlungen, die nur aufgrund von Glasfaser zustande kommen.

Hast du selbst schon einen Glasfaseranschluss? Was hat sich damit für dich verändert?

Ich habe schon das Leerrohr an meiner Grundstücksgrenze. Es wird noch einige Wochen dauern, bis ich meinen persönlichen Glasfaseranschluss zuhause verwenden kann. In meinem Büro gibt es schon einen aktiven Anschluss. Für meine Arbeit muss ich oft Pläne, Videos oder Fotos verschicken. Während ich früher oft Stunden warten musste, bis die Dateien draußen waren, geht das jetzt innerhalb weniger Sekunden. Das spart extrem viel Zeit.